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Der Tsukiji-Markt im Herzen Tokios ist ein nostalgischer Ort.
Im Herbst 2018 musste der weltweit traditionsreichste Fischmarkt den Plänen der Olympiastadt für 2020 weichen und auf eine künstliche Insel umziehen. Für viele familiengeführte Händlerbetriebe ging damit eine Ära zu Ende.
Jahrelang hatten sie versucht, den Markt zu retten. Der Film begleitet die Betroffenen während des Umzugs.
An der Seite eines Spitzenhändlers für Thunfisch, einer Betreiberin eines Schuh- und Souvenirladens sowie eines Verleihers ortstypischer Transportkarren erleben wir ein letztes Mal das schillernde Milieu des Tsukiji-Marktes. Im Herbst 2018 musste der traditionsreiche Fischmarkt im Herzen Tokios schließen.
Mit „Tsukiji“ verschwand nicht nur der weltweit größte und umsatzstärkste Umschlagplatz für Fisch und Meeresfrüchte, an dem tausende Familienbetriebe täglich bis zu 20 Millionen Euro umsetzten, sondern auch eines der beliebtesten Ziele unter Japan-Reisenden.
Zugleich standen viele der Beteiligten vor einer kaum lösbaren Herausforderung, denn sie mussten an nur vier Umzugstagen den gesamten Markt, zu dem auch Gemüsehändler, Messerschleifer und Restaurants gehören, in einen Neubau auf einer künstlichen Insel in der Hafenbucht überführen. Als einziger ausländischer Fernsehreporter erhielt der langjährige ARD-Asienkorrespondent Klaus Scherer die Erlaubnis, mehrere Betroffene während der Umzugstage zu begleiten.
Darunter sind ein Thunfisch-Händler, der Tokios Spitzenköche versorgt, die Betreiberin eines Schuh- und Souvenirladens und ein Verleiher der ortstypischen Kleinkarren, Dreiräder und Ladestapler, von denen ebenfalls mehrere tausend pünktlich zum neuen Standort umsiedeln müssen. Die Dokumentation beleuchtet nicht nur den nächtlichen Konvoi auf der Brücke in der Bucht von Tokio, sondern auch ein letztes Mal die Fülle des schillernden Marktlebens, einschließlich der berühmten Thunfisch-Auktionen.
Dabei wird auch der Unmut deutlich, den der Beschluss gegen den erklärten Willen der Händler ausgelöst hat. Über Jahre hinweg hatten sie zusammen mit den Anwohnern „Tsukiji“ retten wollen.
Doch die in Tokio geplante Ausrichtung der Olympischen Spiele - welche infolge der Corona-Pandemie letztendlich auf 2021 verlegt wurden - gab den Anstoß zur Umgestaltung des Geländes.