21:15: Die chinesische Mafia auf dem Vormarsch (2/3) | Arte | 3/10 2026 Arte
21:15 - 22:15
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Die chinesische Mafia auf dem Vormarsch (2/3) « at 21:15 on Arte

Ein chinesisches Eldorado

Die Rückgabe von Hongkong und Macau an China bot den Triaden die Chance auf einen Pakt mit ihrem alten kommunistischen Feind.

Sie unterstützten die Machthaber - unter der Voraussetzung, am wirtschaftlichen Aufschwung des Landes beteiligt zu werden. Während die Kommunistische Partei Chinas die Triaden auf dem chinesischen Festland offiziell nicht duldete, profitierte sie doch sehr gern von ihrem Geld und ihrem Unternehmergeist.

Die allzu auffälligen Gangster machten diskreteren Geschäftsleuten Platz, doch für das neue China unter Xi Jinping wurden die Triaden zur Gefahr. Anfang der 80er Jahre herrschte in China nach 30 Jahren Maoismus Aufbruchsstimmung.

1997 beziehungsweise 1999 gaben die alten Kolonialherren, mit denen sich die Triaden zuvor gut arrangiert hatten, Hongkong und Macau an China zurück.

Doch gerade der Abzug der Kolonialmächte eröffnete den Triaden neue Möglichkeiten - und die Chance, einen Pakt mit der chinesischen Regierung zu schließen.

Hinter einer legalen Fassade setzten sie von nun an mehr auf Korruption als auf Gewalt. Ihre Mitglieder änderten die Art ihrer Geschäfte und gerierten sich als Filmproduzenten, Casinobetreiber oder Fabrikbesitzer.

So profitierten sie vom Wirtschaftsboom und vom schrittweisen Übergang Chinas zur Marktwirtschaft.

Handel und Geldwäsche liefen auf Hochtouren, während das Hongkong-Kino die Gangster heroisierte und so in den ärmeren Schichten immer neuen Nachwuchs rekrutierte. Südchina wurde für die Triaden zur wahren Goldgrube, als chinesische Geschäftsleute begannen, ihre Gewinne in den Spielcasinos von Macau zu verschleiern.

Die chinesische Mafia entwickelte sich zu einer regelrechten Schattenbank der Wirtschaft.

Doch diese skrupellose Bereicherung führte auf allen Ebenen der Gesellschaft zu Korruption und einem immer augenfälligeren Anstieg der Kriminalität. Als Xi Jinping an die Macht kam, startete er eine große Anti-Korruptionskampagne, die lokale Paten, politische Feinde und allzu mächtige Geschäftsleute zu Fall bringen sollte. Die Botschaft war klar: Man hatte sich dem frischgebackenen Machthaber und den Interessen der Partei unterzuordnen. Für die Triaden hieß es nun, sich mit dem neuen starken Mann in Peking auseinanderzusetzen.

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