Fastnacht, Karneval oder Fasnet - der Ausnahmezustand zwischen Neujahr und Aschermittwoch bedeutete seit dem Mittelalter vor allem eins: Freiheit von den Fesseln des Alltags für die Männer.
Wir fragen nach, warum in den meisten Mainzer Vereinen noch immer kaum eine Frau in Komitee und Elferrat sitzt und stattdessen die weiblichen Vereinsmitglieder eher im Hintergrund werkeln oder im Vordergrund tanzend die Beine schwingen. Patricia Lowin hat die Ochsentour hinter sich - vom Funkenmariechen zur bösen Zunge in der Mainzer Bütt.
Die Zahnärztin schaut dem Volk aufs Maul und kann es kaum glauben, dass Fastnacht der gesellschaftlichen Entwicklung im Schneckentempo hinterherhinkt.
Klar, war es früher noch schlimmer: Da brauchte es für die Frauen offenbar wirklich den Schutz eines Männerkostüms, um auf ihre Rolle zu pfeifen.
Wir blicken auch in das reiche Fernseharchiv des SWR und zeichnen die Geschichte der tollen Tage bis heute nach: Wir sprechen mit Margit Sponheimer, die sich gegen alle Widerstände als Fastnachtssängerin eisern die Bühne erkämpfte und dort gut behauptet hat. In der Bütt wurde bei "Mainz bleibt Mainz..." währenddessen über Frauen am Steuer schenkelklopfend gelacht. Während Margit Sponheimers Name noch heute in aller Munde ist, kennt kaum jemand die Alzeyer Fastnachtsgröße Else Kaiser.
Sie war eine streitbare Büttenrednerin mit scharfer Zunge in den 1960er bis 1980er Jahren, die sich mit den ewig Gestrigen in der Männerwelt und ihren Gepflogenheiten anlegte. Die Geschäftsführerin des renommierten Sanitätshauses Kaiser sammelte das ganze Jahr über Anekdoten in ihrer Nachttischschublade und wurde mit ihren schwarzhumorigen Büttenreden ein echter Publikumsmagnet in der Alzeyer Fastnachtsbütt.
Welche Rolle spielen Frauen heute in der Fastnacht und wie lassen sich uraltes Brauchtum und frischer Wind vereinbaren?" Wir nehmen Sie mit zu den aktuellen Festen und Brauchtumsveranstaltungen in Baden-Württemberg.
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