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Warum berührt uns Kunst? Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir ein Bild betrachten oder in eine immersive Installation eintauchen?
Die Neuroästhetik untersucht, wie wir Kunst wahrnehmen, welche Gefühle sie auslöst und wie ästhetische Erfahrungen unser psychisches Wohlbefinden beeinflussen können.
Auch die Medizin interessiert sich zunehmend für das Potenzial von Kunst. Der radio3-Ateliertalk bringt Kunst und Wissenschaft zusammen und fragt: Wie kann die Begegnung mit Kunst uns stärken?
Und vielleicht sogar Depressionen und andere psychische Erkrankungen lindern? Darüber spricht Moderatorin Siham El-Maimouni mit den Künstlerinnen Theresa Rothe und Johanna Keimeyer sowie Dr.
med. M.A. Adak Pirmorady-Sehouli, Leiterin der Psychosomatischen Hochschulambulanz am Campus Benjamin Franklin der Charité. Theresa Rothe entwickelt mehrdeutige, körpernahe Skulpturen und Installationen.
Mit Materialien wie Silikon, Latex, Fell, Glasaugen und Pappmaché gestaltet sie hybride Wesen zwischen Mensch und Tier. Ihre Figuren wirken zugleich niedlich, komisch und verletzlich, manchmal auch unheimlich.
Sie berühren Gefühle, die sich nicht immer leicht in Worte fassen lassen: Beklemmung, Scham, Sehnsucht nach Nähe oder den Wunsch nach Abgrenzung. Ihre Arbeiten laden dazu ein, sich auf das Ungewohnte einzulassen und eigene Reaktionen zu hinterfragen.
Aktuell sind sie im Deutschen Hygiene-Museum Dresden in der Ausstellung "Wie geht's?
Die Ausstellung über mentale Gesundheit" sowie im Hamburger Bahnhof in Berlin im Rahmen von "Matter of Care, Care of Matter" zu sehen. Johanna Keimeyer arbeitet als Medienkünstlerin und Designerin mit immersiven Bild-, Licht- und Klangwelten.
Ihre Installation "LEAVE YOUR BODY LIKE A SHELL" führt das Publikum in eine Unterwasserwelt zwischen Enge und grenzenloser Weite, körperlichen Grenzen und dem Gefühl von Freiheit.
Licht, Klang und bewegte Bilder schaffen eine Umgebung, in die man vollständig eintauchen kann. Keimeyers Arbeit stellt die Frage, wie sich unsere Wahrnehmung verändert, wenn wir Kunst nicht nur betrachten, sondern uns mitten in ihr bewegen.
Was macht es mit uns, wenn wir für einen Moment den gewohnten Blick auf die Welt verlassen? Dr. med. M.A. Adak Pirmorady-Sehouli leitet die Psychosomatische Hochschulambulanz am Campus Benjamin Franklin der Charité.
Sie ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytikerin und Kulturwissenschaftlerin.
Im Ateliertalk richtet sie den Blick auf die Rezeption von Kunst: Was geschieht, wenn uns ein Kunstwerk emotional berührt, irritiert oder neue Perspektiven eröffnet?
Wie beeinflusst das Betrachten von Kunst unsere Wahrnehmung und unser Erleben?
Und unter welchen Bedingungen kann die Begegnung mit Kunst zur Stärkung der psychischen Gesundheit beitragen? Gemeinsam diskutieren die Gäste, wie Kunst Gefühle ansprechen, Wahrnehmung verändern und neue Zugänge zum eigenen Erleben eröffnen kann.
Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen und die jeweilige Lebenssituation? Was lässt sich über die Wirkung ästhetischer Erlebnisse wissenschaftlich sagen?
Und wie lässt sich das Potenzial von Kunst für die Gesundheit nutzen, ohne ihre Wirkung auf eine einfache Formel zu reduzieren? Ein Ateliertalk über Kunst, über emotionale Erfahrungen und neue Perspektiven - und darüber, was geschieht, wenn wir uns auf Kunst einlassen. Im radio3 Atelier Talk geht Moderatorin Siham El-Maimouni dieser Frage nach – mitten im Kreuzberger Atelier von Roman Lipski zwischen Farben, Pinseln und digitalen Skizzen.
Hier treffen sich Berliner Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Publikum zum Gespräch. In jeder Folge entsteht ein lebendiger Dialog, verbunden durch eine gemeinsame wissenschaftliche Disziplin. Ob KI, Quantenphysik, Psychologie oder Klimaforschung: Hier wird geforscht, gefühlt und diskutiert – sinnlich, inspirierend und überraschend.