In der vierten Ausgabe des radio3-Ateliertalks richtet Moderatorin Siham El-Maimouni den Blick auf das große Thema Longevity - den Traum von einem langen Leben.
Longevity ist längst mehr als eine private Frage des Alterns - im Silicon Valley wird sie als Zukunftsprojekt verhandelt, als Technologie, als Geschäftsmodell.
Der radio3 Ateliertalk bringt diese Debatte mit Kunst und Wissenschaft ins Gespräch. Was bedeutet es für uns, wenn Wissenschaft und Technologie versprechen, den Alterungsprozess aufzuhalten?
Wird der Wunsch nach Langlebigkeit zur Befreiung oder zur Überforderung des Menschen? Darüber spricht Siham El-Maimouni mit dem Künstler Reiner Maria Matysik, dem Fotografen Karsten Thormaehlen und der Immunologin Prof.
Dr. Katja Simon. Karsten Thormaehlen reist seit über zwanzig Jahren um die Welt in sogenannte "Blue Zones", um Hundertjährige zu porträtieren. Seine Fotografien zeigen Gesichter, in denen die Zeit nicht vergeht, sondern sichtbar wird - ein Gegenentwurf zur Idee ewiger Jugend.
Der Berliner Künstler Reiner Maria Matysik züchtet "lebende Skulpturen" aus seinen eigenen Körperzellen mit Mitteln der Biotechnologie.
Diese Skulpturen aus lebendem Gewebe stellen die Frage: Wenn Zellen unbegrenzt gezüchtet, kombiniert und erhalten werden können, löst sich der Körper dann vom Konzept individueller Sterblichkeit?
Prof. Dr.
Katja Simon, Leiterin der Arbeitsgruppe Autophagie im Immunsystem am Berliner Max-Delbrück-Centrum, erforscht, wie Immunzellen sich durch Selbstverdauung erneuern und wie sich die Körperabwehr dadurch verjüngen lässt.
Ihre Forschung könnte den Schlüssel zu einem längeren, vitaleren Leben liefern. Gemeinsam diskutieren sie die Frage: Was bedeutet Longevity wirklich - ein Sieg über die Zeit oder eine neue Form der Vergänglichkeit? Mitten in Kreuzberg, zwischen Farben, Pinseln und digitalen Skizzen, treffen sich in Zukunft einmal im Monat Berliner Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Publikum zum Gespräch – im Atelier des Künstlers Roman Lipski.
Was treibt die Kunst heute an? Und welche Schnittstellen gibt es dabei zur Wissenschaft? Diesen Fragen geht das neue radio3-Format vom Rundfunk rbb auf den Grund.