at 22:55 on MDR Fernsehen
Der 73-jährige Rentner Alvin Straight (Richard Farnsworth) liegt seit mehreren Jahren im Streit mit seinem Bruder Lyle (Harry Dean Stanton), der im 500 Kilometer entfernten Mount Zion im US-Bundesstaat Wisconsin lebt.
Als Lyle einen Schlaganfall erleidet, beschließt Alvin, sich von Iowa aus auf die Reise zu seinem Bruder zu begeben, um ihm beizustehen und den Streit endgültig zu beenden.
Alvin hat keinen Führerschein und schwache Augen, doch er weigert sich vehement, gefahren zu werden. Unbeirrt setzt er sich auf seinen Aufsitzrasenmäher der Marke John Deere und macht sich Richtung Wisconsin auf.
Obwohl ihm schon am Anfang der alte Motor einen Strich durch die Rechnung macht, will er keineswegs aufgeben und rüstet im nahe gelegenen John-Deere-Markt sein Gefährt auf.
Die Reise geht weiter, wenn auch mit überaus gemächlichem Tempo. David Lynchs Road Movie war die Sensation der Kinosaison 1999, gerade weil man vom Meister des raffinierten und verschlüsselten Horrors eine so gradlinig (straight) und schnörkellos erzählte Geschichte nicht erwarten konnte.
Sensationell war auch der Hauptdarsteller - der 79-jährige Richard Farnsworth, Stuntman seit 1937 und Charakterdarsteller seit den späten 70er-Jahren.
Er wurde nicht nur für den Oscar nominiert, sondern auch für den Golden Globe, hinzu kamen u. a. der "Independent Spirit Award" und der Preis der New Yorker Kritiker.
US-Regisseur David Lynch ist kurz vor seinem 79. Geburtstag am 16. Januar 2025 verstorben, wie seine Familie bei Facebook mitteilte: "Es gibt eine große Lücke in der Welt, jetzt, da er nicht mehr unter uns ist.
Aber, wie er sagen würde: 'Behalte den Donut im Auge und nicht das Loch'." 1946 wurde Lynch in der Kleinstadt Missoula im US-Bundesstaat Montana geboren.
Später studierte David Lynch in Boston und Philadelphia Malerei. Auch damals schon malte er surrealistische Bilder. Das Markenzeichen seiner Filme waren dann später auch surrealistische Bilder und mysteriöse Geschichten, unterlegt mit einem bedrohlichen Sound.
Zwischen 1977 und 2006 drehte er zehn Spielfilme und die Kultserie "Twin Peaks" über Sex, Drogen und Gewalt. Seinen Durchbruch hatte er mit "Eraserhead".
Legendär sind seine Filme "Blue Velvet", "Wild at Heart", "Lost Highway" oder "Mulholland Drive". "The Straight Story - Eine wahre Geschichte" ist das genaue Gegenteil eines typischen David Lynch-Films: eine authentische, schnörkellos erzählte Geschichte über die ungewöhnliche Reise eines einfachen alten Mannes, der mit sich und der Welt ins Reine kommen will.
Gemeinsam mit dem sturen Odysseus der Landstraße durchquert der Zuschauer - zu der Musik von Lynchs Hauskomponisten Angelo Badalamenti - einen Teil des ländlichen Amerikas mit seinen riesigen Feldern und verschlafenen Kleinstädten, in einem Tempo, das Zeit lässt für einen lakonischen Blick auf das Alter - oder das, was es unter günstigen Umständen sein könnte.
Eine oft auf skurrile Weise komische, melancholische und immer warmherzige Entdeckung der Langsamkeit, in der die Figuren am Wegesrand mit ihren Geschichten und Schicksalen ebenso wichtig werden wie die Hauptfigur selbst. Kultregisseur David Lynch nahm sich mit "The Straight Story - Eine wahre Geschichte" zwischen den Mystery-Thrillern "Lost Highway" (1997) und "Mulholland Drive" (2001) eine Auszeit von seinen Obsessionen.
Immer wieder hat man das Gefühl, Lynch spiele geradezu mit der Erwartungshaltung der Zuschauer.
Doch wer von David Lynch gewohnt ist, dass hinter jeder Wegbiegung das Unheil lauert, sich hinter jeder noch so harmlosen Fassade Abgründe auftun, der wird hier ein ums andere Mal überrascht. Löste sich der Blick in den idyllischen Vorgarten bei "Blue Velvet - Verbotene Blicke" (1985) noch in eine Schwindel erregende Fahrt auf die Käfer und Würmer im Grasdschungel auf, so versteckt sich hinter den beunruhigenden Geräuschen in der vergleichbaren Eröffnungsszene von "The Straight Story" lediglich der Sturz eines hilfebedürftigen alten Mannes.
Ausnahmsweise ist einmal alles so, wie es zu sein scheint, nur selten erlaubt sich der Regisseur einen düsteren Scherz.
Erstmals halten Optimismus und Normalität in einem Film von David Lynch Einzug, der hier die Vision einer von Nächstenliebe gekennzeichneten Welt kreiert. Dieser unerwartete Stilwechsel tut David Lynchs Erfolg keinen Abbruch: "The Straight Story - Eine wahre Geschichte" erhält zahlreiche Auszeichnungen.
Er wird als bester ausländischer Film unter anderem mit dem British Independent Film-Award und dem Fotogramas de Plata-Award ausgezeichnet.
David Lynch erhält für seine Regiearbeit zahlreiche Auszeichnungen wie den San Diego Film Critics Society Award und den Europäische Filmpreis und mehrere Nominationen. US-Regisseur David Lynch ist kurz vor seinem 79.
Geburtstag am 16. Januar 2025 verstorben, wie seine Familie bei Facebook mitteilte: "Es gibt eine große Lücke in der Welt, jetzt, da er nicht mehr unter uns ist.
Aber, wie er sagen würde: 'Behalte den Donut im Auge und nicht das Loch'." 1946 wurde Lynch in der Kleinstadt Missoula im US-Bundesstaat Montana geboren.
Später studierte David Lynch in Boston und Philadelphia Malerei. Auch damals schon malte er surrealistische Bilder. Das Markenzeichen seiner Filme waren dann später auch surrealistische Bilder und mysteriöse Geschichten, unterlegt mit einem bedrohlichen Sound.
Zwischen 1977 und 2006 drehte er zehn Spielfilme und die Kultserie "Twin Peaks" über Sex, Drogen und Gewalt. Seinen Durchbruch hatte er mit "Eraserhead".
Legendär sind seine Filme "Blue Velvet", "Wild at Heart", "Lost Highway" oder "Mulholland Drive". Hauptdarsteller Richard Farnsworth wird mit dem Independent Spirit Award, dem Jury Award des Lauderdale International Film Festivals und dem New York Film Critics Circle Award gewürdigt.
In der Rolle des Alvin Straight liefert der ehemalige Stuntman die bewegende Interpretation eines alten Mannes, der sich auf die Reise ans Ende seines Lebens begibt.
Er berührt mit subtiler Mimik und sensiblen Blicken, die dem Zuschauer Einblick in die Gedanken und Emotionen des alten Mannes eröffnen.
Dem im Jahr 2000 im Alter von 80 Jahren verstorbenen Richard Farnsworth brachte die Rolle des aufrechten Alten ein halbes Jahr vor seinem Tod neben den genannten Auszeichnungen auch eine verdiente zweite Oscar-Nominierung ein.
Erstmals wurde er 1978 als bester Nebendarsteller in "Comes a Horseman" von Alan J. Pakula für einen Oscar nominiert.