at 06:45 on MDR Fernsehen
Oliver Heß gehört zu den Menschen, deren Leben sich durch schwere Schicksalsschläge immer wieder maximal verändert: Mit 29 Jahren ertaubt er an den Folgen einer Hirnhautentzündung, neun Jahre später folgt eine Querschnittslähmung.
Seitdem sitzt er im Rollstuhl.
Seine Überlebensstrategie: Rausgehen ins Leben! Oliver Heß arbeitet seit sieben Jahren als Integrationsberater beim Integrationsfachdienst (IFD) Nürnberg.
Er ist für die hörbehinderten Klienten zuständig. Doch nicht nur bei ihnen ist er sehr beliebt: Seine Kollegen schwärmen von "ihrem Olly".
Eingestellt hat ihn sein Chef Jochen Prusko, weil Oliver Heß schlichtweg überzeugt hat. Für diese Kompetenz organisiert der Chef einen individuellen Arbeitsplatz: Olivers Büro ist mit einem elektrischen Türöffner und höhenverstellbaren Schreibtischen ausgestattet. Für die Arbeit am PC nutzt er eine spezielle Einhandtastatur sowie ein Spracheingabeprogramm.
Bei Außenterminen kann Olly allerdings schon mal an seine Grenzen kommen, denn gerade seine gebrochene Wirbelsäule bereitet ihm oft Schmerzen. Für die Betreuung seiner Klienten nimmt der Integrationsberater vieles in Kauf – für diesen Idealismus, seine Kompetenz und sein Einfühlungsvermögen ist er auch bei seinen Klienten äußerst beliebt. "Sehen statt Hören" ist ein Fernseh-Magazin mit Gebärden und Untertiteln.
Es enthält Berichte zum Zeitgeschehen, ergänzt durch Hinweise und Reportagen zu technischen Hilfsmitteln, gesetzlichen Regelungen sowie spezifischen Lebensbereichen von Hörgeschädigten. Ziel der Sendereihe ist die möglichst weitgehende Integration von Hörgeschädigten in die Welt der Normalhörenden.