at 23:35 on Das Erste
Regelmäßig kommt es in den großen Haftanstalten in Rom, Mailand und Neapel zu Aufständen. Denn Italiens Gefängnisse sind massiv überfüllt, die Zustände katastrophal.
Im Schnitt nimmt sich alle drei Tage ein Häftling das Leben.
Auch unter den Vollzugsbediensteten kommt es zunehmend zu Suiziden. 2025 waren erstmals nicht nur die Gefängnisse für Erwachsene überfüllt, sondern auch die Jugendhaftanstalten. Seit Amtsantritt der rechten Regierung Giorgia Melonis hat sich die Situation vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene drastisch verschärft.
Die Regierung verfolgt eine harte Law-and-Order-Politik, hat neue Straftatbestände eingeführt und das Strafmaß für bestehende Delikte erhöht. Expert:innen kritisieren, die Gefängnisse dienten weniger dem Strafvollzug, als vielmehr der Verwahrung und dem Verbergen anders nicht lösbarer sozialer Probleme.
Bis zu 70 Prozent der Gefangenen sind Ausländer, gut die Hälfte drogenabhängig, ein Drittel psychisch krank. Korrespondentin Verena Schälter trifft jugendliche Straftäter und versucht, einen Einblick in die Welt hinter den Gefängnismauern zu gewinnen.
Sie spricht mit Menschen, deren Angehörige sich im Gefängnis das Leben genommen haben und begleitet einen Gefängnispfarrer, der dafür kämpft, die Zustände zu verbessern. Film von Verena Schälter und Alessandra Molinari