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Pescia in der Toskana zu Beginn des 17.
Jahrhunderts: Die junge Benedetta wird von ihren Eltern in ein Kloster gebracht - in der Überzeugung, dass ihre Tochter unter besonderem Schutz Christi steht.
Jahre später ist sie eine respektierte Ordensschwester, doch ihre religiösen Visionen, die sie seit ihrer Jugend begleiten, sorgen weiter für Misstrauen.
Als Benedetta von rätselhaften Schmerzen heimgesucht wird, wird ihr eine junge Novizin zur Seite gestellt, die sie pflegen soll: Bartolomea, die vor Gewalt in ihrem Elternhaus geflohen ist und nur wegen Benedettas Fürsprache im Kloster aufgenommen wurde. Zwischen der frommen, willensstarken Benedetta und der frivolen Bartolomea wächst eine enge Bindung, die sich zunehmend gegen die Regeln des Konvents richtet.
Gleichzeitig werden Benedettas Visionen immer häufiger - bis sie eines Morgens mit Wundmalen an Händen und Füßen aufwacht. Für viele sind die Stigmata ein Zeichen göttlicher Auserwähltheit, weshalb sie zur neuen Äbtissin ernannt wird. Für andere sind die Verletzungen ein billiger Täuschungsversuch und Benedettas neuer Status ihnen ein Dorn im Auge: Privilegien, Einfluss und eine wachsende öffentliche Verehrung treffen auf Neid, Zweifel und den Versuch, das Geheimnis hinter den "Wundern" offenzulegen. "Benedetta" ist frei nach Judith C.
Browns Sachbuch "Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy" und der historischen Figur Benedetta Carlini gestaltet.
Paul Verhoeven verbindet Historienfilm, Satire und körperbetontes Drama zu einer Studie über kirchliche Machtmechanismen, Profitdenken und die Inszenierung von Glauben.
Der Film lief 2021 im Wettbewerb von Cannes und war dort für die Goldene Palme sowie die Queer Palm nominiert.
Hauptdarstellerin Virginie Efira erhielt 2022 eine Nominierung für den französischen Filmpreis César als beste Darstellerin. Paul Verhoeven, der Meister der Provokation, meldete sich 2021 mit einem Paukenschlag zurück: Vier Jahre nach seinem Golden-Globe-Erfolg mit "Elle" legte der niederländische Regisseur ("RoboCop", "Basic Instinct") mit "Benedetta", der erotischen Liebesgeschichte zweier Nonnen, eine fieberhafte Literaturadaption vor, die bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen sorgte. Basierend auf dem Buch "Immodest Acts" von Judith C.
Brown zeichnet Verhoeven das Leben der lesbischen Nonne Benedetta Carlini nach und lässt Religion und Sexualität auf selten gesehene Weise aufeinanderprallen.
Das doppelbödige Drama mit Virginie Efira als Benedetta, Daphné Patakia als verführerischer Novizin und Charlotte Rampling als strenger Äbtissin erzählt von dem Aufstieg einer jungen Frau, die sich in ihrem religiösen Eifer geschickt als auserwählten Menschen inszeniert, andere manipuliert, gleichzeitig aber auch Regeln und Normen aus den Angeln hebt.