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Mit einem Programm gesellschaftlicher und politischer Reformen wollte Salvador Allende den chilenischen Staat modernisieren und die Armut bekämpfen.
Doch die konservativsten Kreise des Landes organisierten sofort nach seiner Wahl zum Präsidenten eine Reihe wilder Streiks, und das Weiße Haus drehte Chiles Wirtschaft den Hahn ab.
Trotz dieses Wirtschaftsboykotts und der Parlamentsblockade (die Opposition lehnte so gut wie alle Gesetzentwürfe ab) erzielten die zur Unidad Popular zusammengeschlossenen Parteien bei den Parlamentswahlen im März 1973 überraschende 43,4 %.
Als die Rechten begriffen, dass sie Allende mit legalen Methoden nicht ausschalten konnten, wechselten sie die Strategie und bereiteten den Putsch vor.
In einer breit angelegten Erzählung zeichnet der Dokumentarfilm Schritt für Schritt die damaligen Ereignisse in Chile nach, die weltweit Betroffenheit auslösten. Es ist der 11.
September 1973, 11.00 Uhr vormittags - es sind die letzten Worte des chilenischen Präsidenten Salvador Allende, der sich in einer Radioansprache an die Bürger Chiles wendet: "Mir bleibt nichts anderes, als den Arbeitern zu sagen: Ich werde nicht aufgeben!
In diesem historischen Moment werde ich die Treue zum Volk mit meinem Leben bezahlen." Der Militärputsch in Chile war eines der zentralen Ereignisse im Kalten Krieg der Supermächte USA und der UdSSR.
Der drei Jahre zuvor demokratisch gewählte sozialistische Präsident Allende nahm sich das Leben, nachdem die Luftwaffe begonnen hatte, den Präsidentenpalast zu bombardieren. Eine Junta unter der Führung von Augusto Pinochet regierte Chile daraufhin bis 1990 als Militärdiktatur, der Tausende Menschen zum Opfer fielen.
Der gewaltsame Umsturz wurde von den USA politisch und finanziell unterstützt, vor allem durch verdeckte Operationen der CIA.
In der Dokumentation "Chile: Träume, Terror, Neuanfang" schildern Zeitzeugen, wie sie die dramatischen Ereignisse des Putsches und auch die Jahre danach erlebt haben, darunter Michelle Bachelet.
Sie war später gleich zweimal, von 2006 bis 2010 und von 2014 bis 2018, Präsidentin des reichsten Landes Südamerikas. Kurz nach dem Ende ihrer Amtszeit wird Chile erneut durch Massenproteste und Unruhen erschüttert.
Der Film "Das Volk gegen die Chicago Boys" wirft einen ausführlichen Blick auf die wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Revolte, die schließlich in einen Verfassungskonvent mündet.
Ein Hochkaräter des Dokumentarfilms rundet den Abend ab: "Der Aufstand der Bourgeoisie", erster Teil der insgesamt viereinhalbstündigen Trilogie "Der Kampf um Chile" von Meisterregisseur Patricio Guzmán.
Sie gilt als einzigartiges Zeitzeugnis und dokumentiert die Regierungszeit Allendes, den Traum der Menschen von einer gerechteren Gesellschaft für zukünftige Generationen und dessen blutiges Ende durch den Militärputsch vor 50 Jahren. Mit Hilfe des kubanischen Filminstituts ICAIC wurde der Film fertiggestellt und geschnitten, jetzt neu bearbeitet und restauriert.
Die komplette Trilogie mitsamt den Folgen "Der Staatsstreich" sowie "Die Macht des Volkes" ist in der ARTE-Mediathek unter arte.tv zu erleben.