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In freier Wildbahn lebende Tiere brauchen große Gebiete, geschützte Habitate und vielfältige Ressourcen zum Leben. Da der Mensch seine Landnutzung jedoch ständig ausgeweitet hat, wurden diese Gebiete zersplittert und die Kreisläufe der Natur durchbrochen.
Natürliche Korridore sind aber für das Überleben und das Gleichgewicht der Ökosysteme von entscheidender Bedeutung.
Daher arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Umweltschützerinnen und Umweltschützer auf der ganzen Welt zusammen mit der Bevölkerung dieser Gebiete daran, wieder frei zugängliche Korridore für die Tiere herzustellen.
Damit verbindet sich für die Menschen die Herausforderung, freilebende wilde Tiere in ihrer Nähe zu akzeptieren. In dieser Folge: In Südfrankreich arbeiten Naturforschung und Wissenschaft zusammen mit der einheimischen Bevölkerung und Viehzüchtern an der Wiederherstellung eines 700 Kilometer langen Korridors, der die Pyrenäen über das Zentralmassiv und die Voralpen mit den Alpen verbindet.
Nach 40 Jahren vereinzelter Wiederansiedlungsprojekte ist es einer Art noch nicht gelungen, sich in dem Korridor niederzulassen und zu vermehren: dem Bartgeier, einem der größten und seltensten Geier, der das Leben in freier Wildbahn symbolisiert. In Südfrankreich haben die Eingriffe des Menschen in die Natur zum Verschwinden von charakteristischen Arten in Gebirgsregionen geführt, insbesondere von großen Greifvögeln und felsbewohnenden Huftieren. Zwischen den Pyrenäen und den Alpen wird ein Luftkorridor wiederhergestellt.
Dieser weitläufige ökologische Korridor, der Lebensräume und Nahrung bereithält, ist für große Greifvögel wie den Geier unerlässlich.
Im Lauf der Geschichte hat sich jedoch der Mensch entlang des etwa tausend Kilometer langen Korridors niedergelassen, wodurch die Geier fast ausgerottet wurden. Dank der 1986 eingeführten Schutzmaßnahmen sind Gänsegeier, Mönchsgeier und Schmutzgeier wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt.
Nur der Bartgeier hat Mühe, sich wieder niederzulassen. Der Einzelgänger, der sich nur langsam fortpflanzt, kommt nicht über die Randbereiche des Korridors hinaus.
Mittlerweile ist sein Überleben gefährdet. Durch die Ansiedlung des Bartgeiers an strategischen Ankerpunkten wird untersucht, wie diese hier neue Art und der Mensch in Einklang leben können.