Mit einem traditionellen ukrainischen Hemd und den sichtbaren Narben schwerer Verbrennungen trat der elfjährige Roman Oleksiv vor die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Brüssel.
Seine Schilderungen über den Horror des Krieges in der Ukraine gingen unter die Haut - so sehr, dass seine Dolmetscherin zeitweise die Worte versagten.
Die Szene war eindrücklich, wirft jedoch auch Fragen auf: Wie viel Raum sollten Kinder in der medialen Darstellung von Konflikten einnehmen? Mitte Dezember 2025 reiste ein schwer verbrannter ukrainischer Junge nach Brüssel, um vor den Abgeordneten des Europäischen Parlaments über die Schrecken des Krieges zu sprechen.
Seine Worte wurden von Ievgeniia Razumkova, der Assistentin der Vizepräsidentin des Parlaments, übersetzt. Der Moment war so bewegend, dass sie zeitweise nicht weitersprechen konnte.
Der Vorfall lenkt den Blick auf die Rolle von Kindern in der medialen Darstellung von Kriegen.
Der Historiker und Erster-Weltkriegs-Experte Stéphane Audoin-Rouzeau beschäftigt sich mit dieser Thematik und beleuchtet die Ambivalenz solcher Auftritte.