20:15: Die Vögel | Arte | 2/22 2026 Arte
20:15 - 22:10
4 Stunden

Die Vögel « at 20:15 on Arte

Spielfilm USA 1962 (The Birds)

In einer Tierhandlung lernt die junge, wohlhabende Verlegertochter Melanie Daniels den Rechtsanwalt Mitch Brenner kennen.

Weil Brenner sich über ihre Allüren mokiert und sie zum Narren hält, beschließt Melanie, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Mit zwei Liebesvögeln im Gepäck fährt sie an die Pazifikküste nach Bodega Bay, wo Mitch bei seiner Mutter, Mrs.

Brenner, und seiner kleinen Schwester Cathy die Wochenenden verbringt. Um unbemerkt den Vogelkäfig absetzen zu können, schippert Melanie mit einem kleinen Boot über die Bucht zu Mitchs Haus.

Auf der Rückfahrt wird sie von einer Seemöwe angegriffen und dabei am Kopf verletzt. Dennoch kann Mitch sie überreden, zum Geburtstag seiner Schwester zu bleiben.

Sie mietet sich bei der Lehrerin Annie Hayworth ein, die sich als Mitchs einstige Geliebte herausstellt.

Trotzdem findet Melanie in ihr eine Verbündete, mit der sie über Mitch und seine merkwürdig abweisende Mutter reden kann. Als Cathy am nächsten Tag ihren Geburtstag feiert, fallen plötzlich aufgeregte Vögel über die im Garten spielenden Kinder her.

Nach der Attacke stellt sich nur kurz Ruhe ein, denn plötzlich scheinen alle Vögel verrückt zu spielen: Die Hühner fressen nicht mehr, die Krähen und Möwen sammeln sich und greifen die Schulkinder an. Immer häufiger und brutaler werden die Wellen ihrer Angriffe.

Einige Dorfbewohner geben Melanie die Schuld, denn mit ihr und den beiden Käfigvögeln sei das Unheil über Bodega Bay gekommen. Schließlich bleibt Melanie nur noch Zuflucht im verbarrikadierten Haus der Brenners.

Doch die Vögel sammeln sich schon zum Sturm. In Hitchcocks Werk nimmt "Die Vögel" eine Sonderstellung ein, weil er sich hier weiter von der Realität entfernt hat als in vermutlich allen anderen seiner Filme.

Zwar gibt es auch hier eine konkrete zeitliche und räumliche Verortung, aber der Kern der Geschichte, der unerklärliche und grundlose Angriff der Vögel auf die Menschen - ein beinahe abstraktes, apokalyptisches Bild - bleibt doch ein singulärer Fall im Werk Hitchcocks.

Alles in diesem Film ist konstruiert und künstlich hergestellt.

So ist zum Beispiel keine einzige echte Vogelstimme im Film zu hören. "Die Vögel" ist auch deshalb einer der meistanalysierten Filme Hitchcocks, weil er ganz Konstrukt ist und sich einige Besonderheiten von Hitchcocks Kino hier stärker offenbaren als an anderer Stelle. Die Natur, die abrupt und rätselhaft aus den Fugen gerät, ist zunächst der Hintergrund vor dem sich eine merkwürdig komplizierte Liebesgeschichte entwickelt: drei Frauen, die sich um einen emotional unterkühlten Mann scharen.

Einige Kommentatoren meinten deshalb der Filmtitel, "The Birds" (was umgangssprachlich auch so viel bedeutet wie die "aufgeregten Hühner"), beziehe sich eher auf die drei weiblichen Hauptfiguren als auf die tatsächlichen Vögel.

Der berühmte "hitchcocksche Suspense" entsteht dann aus der Komplizenschaft der Zuschauer mit den Vögeln.

Der Film weist die Zuschauer beharrlich auf die "Pläne" der Vögel hin, während die Protagonisten des Films noch mit anderen Dingen beschäftigt sind und deshalb ahnungslos und bestürzt das widernatürliche Verhalten der Tiere registrieren. In einer der berühmtesten Einstellungen des Films sind die Zuschauer bei den Vögeln hoch in den Lüften, bevor die Tiere auf die winzigen Menschen am Boden herabstoßen. Berühmt wurde auch der einzigartige Soundtrack des Films: Statt einer konventionellen musikalischen Untermalung arbeiteten die Komponisten mit Montagen elektronischer Vogelklänge und Geräuscheffekten des deutschen Musikpioniers Oskar Sala.

Hitchcocks Hauskomponist Bernard Herrmann verarbeitete dann die elektronischen Klänge, die zum Großteil auf Salas Trautonium entstanden, zum atmosphärischen Sounddesign.

Die Special Effects waren insgesamt so aufwendig, dass die Herstellung des Films ganze drei Jahre dauerte. Wie auch sein Film "Rebecca" (1940) basiert "Die Vögel" auf einer literarischen Vorlage der englischen Bestsellerautorin Daphne du Maurier.

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