00:55: The Middle Man - Ein Unglück kommt selten allein | Arte | 1/22 2026 Arte
00:55 - 02:30
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Spielfilm Norwegen/Deutschland/Dänemark 2020 (The Middle Man)

Die amerikanische Kleinstadt Karmack hat schon bessere Zeiten gesehen. Wer nicht wegzieht, ist auf Arbeitssuche. Zu allem Überfluss erlebt die Stadt eine ungewöhnliche Häufung von Unglücksfällen.

Um nicht selbst die schlechten Nachrichten überbringen zu müssen, engagiert eine Kommission - bestehend aus Sheriff, Arzt und Pastor - einen „Mittelsmann“.

Dessen einzige Aufgabe ist überschaubar: Er muss die Angehörigen informieren, wenn wieder etwas passiert ist.

Der ruhige Frank Farrelli scheint perfekt für den Job, hat er doch jahrelang bei der Bahn gearbeitet und auch dort zumeist schlechte Nachrichten überbracht. Frank blüht in seinem Job auf, verliebt sich in die Rathaussekretärin Blenda und schafft es sogar, sich etwas aus den Klauen seiner Mutter zu befreien, bei der er noch immer wohnt.

Doch der Druck des Jobs lastet immer schwerer auf ihm und mit jedem Unglück kommen die Einschläge näher.

Denn irgendwann gilt er selbst als Unglücksbringer und wird in einen skurrilen Mordfall verwickelt, der ihn vom Mittelsmann zum Mittäter macht. „The Middle Man“ erzählt am Beispiel einer fiktiven Stadt im sogenannten Rust Belt der USA von Niedergang, Tod und Trauer, aber auch von der Unfähigkeit der Menschen, damit halbwegs adäquat umzugehen.

Aus dem Scheitern einer angemessenen Trauerarbeit zieht der Film immer wieder seine komischsten Momente. Bent Hamers staubtrockener, tiefschwarzer Humor erinnert an die Coen-Brüder.

Doch seine Filme kommen weniger aus dem Genrekino als aus einer sehr eigenen Form von schrägem Sozialdrama. Für „The Middle Man“ hat Bent Hamer den Roman „Der Sommer, in dem meine Mutter zum Mond fliegen wollte“ (Originaltitel: „Sluk“) von Lars Saabye Christensen adaptiert.

Wobei sich nur der mittlere Teil des Buches im Film wiederfindet.

Die filmische Umsetzung ist dabei ebenso eigenwillig und besonders wie Ane Bruns Version des Radiohead-Songs „How To Disappear Completely“, mit der der Film endet.

Der emotionale Gehalt allerdings bleibt in beiden Fällen intakt: eine Stimmung zwischen Melancholie, Trauer und absurder Komik.

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