Blühende Almen und grasende Kühe vor mäjestätischen Schneebergen. "Diese Landschaft ist nicht das Handwerk Gottes, sondern das Maulwerk der Kuh!" In der Tat: Ohne Kühe würden die Wiesen schnell versteppen.
Aber die Landschaftspflege ist nur ein Nebenprodukt - in erster Linie gibt die Kuh Milch. So idyllisch wie im Heimatfilm war es nie. Almwirtschaft bedeutete stets Knochenarbeit.
Das ist heute nicht anders. Leichter ist die Arbeit nicht geworden, eher schwieriger. Dafür sorgen EU-Auflagen und ein knallharter Konkurrenzkampf gegen Billiganbieter.
Wer überleben will, braucht neue Ideen. Es gibt ihn noch, den Senn mit seinen Kühen auf der Alp. Oft als genügsamen Biobauern mit Familie, wo alle zusammen helfen von früh bis spät, um zu melken, zu buttern und zu käsen.
Wie Familie Steurer auf der Mittelalpen. Aber das ist die absolute Ausnahme. Die durchschnittliche Milchkuh macht auch im Allgäu keinen "Außendienst" mehr und bleibt im Stall.
Im Computerstall, wo mit High-Tech und ausgeklügeltem Mix aus Kraftfutter Milchleistungen erreicht werden, von denen früher die Bauern noch nicht mal zu träumen wagten.
Denn nur so kann sich die Milchwirtschaft im Allgäu gegen die stetig sinkenden Milchpreise und die Konkurrenz aus dem Norden und Osten durchsetzen.
Gegen die Massenware aus Regionen, wo es sich billiger produzieren lässt als in den Bergen, behauptet sich nur, wer mit besserer Qualität und größerer Vielfalt toppen kann.
Auch um den Preis, dass manches nicht mehr so ist wie früher.