Michelsberg (rumänisch Cisnadioara) liegt nur wenige Kilometer von Hermannstadt entfernt. In dem 1.400-Seelen-Dorf lebten zu Beginn der 80er-Jahre die Deutschen noch unter sich, Rumänen bildeten die Minderheit.
Auf Tradition und Nachbarschaft der Bauern wird Wert gelegt. Versammlungen und Richttage der Nachbarschaften, bei denen für versäumte Pflichten Bußstrafen gezahlt werden müssen, sind selten geworden.
Bei Beerdigungen, Hochzeiten und Faschingsfesten sind gern alle dabei.
Michelsberger kommen selbst zu Wort: Kriegsveteranen aus der k.u.k.Zeit, die noch unter Kaiser Franz Joseph dienten; der evangelische Pfarrer, der in seiner Gemeinde altes Brauchtum wiederbeleben möchte; der auswandernde Kapellmeister und Stimmen von anderen Ausreisewilligen.
Ein Abgesang auf eine siebenhundert jährige Siedlungsgeschichte der Deutschen in Südosteuropa, die allmählich in Vergessenheit geriet.