at 13:00 on WDR Fernsehen
Im Süden Italiens schmücken sanfte Hügel die Landschaft Kalabriens. Doch die Idylle trügt. Auf den Straßen und Feldern rund um die Gemeinde Cittanova ziehen hunderte freilaufende Rinder umher.
Sie sind ein Relikt aus den Zeiten der großen Mafia-Kriege, Hinterlassenschaften der 'Ndrangheta-Clans. Die lokale Bevölkerung nennt sie die "Heiligen Kühe" und sie gelten als unantastbar.
Die Herden verursachen schwere Verkehrsunfälle, zerstören Zäune und vernichten die Ernten der Bauern.
Oft werden sie gezielt als Druckmittel zur Einschüchterung eingesetzt. Der Film begleitet den Gemeinderat Giuseppe "Peppe" Morabito, der den Kampf gegen die Übermacht der Tiere und das Schweigen der Behörden aufgenommen hat.
Nachdem seine eigene Tochter einen schweren Autounfall mit einem Stier überlebte, gründete er die Bürgerinitiative "No Bull". Unermüdlich dokumentiert er die Bewegung der Herden in dem unwegsamen Gebiet.
Er möchte den Staat zum Handeln bewegen. Doch der Widerstand ist gefährlich, denn die Kühe sind ein Machtsymbol. Das erlebt auch Bruno Bonfà. Der Landwirt baut Bergamotten an, doch die Herden verwüsten immer wieder seine Plantage. Für Bruno ist es mehr als ein wirtschaftlicher Schaden.
Er verteidigt das Erbe seines Vaters, der einst von der Mafia ermordet wurde. Zwischen bürokratischen Hürden, fehlender Unterstützung und der ständigen Bedrohung zeichnet der Film das Porträt einer Region, die versucht, sich aus dem Griff der organisierten Kriminalität zu befreien und ihre Zukunft zurückzuerobern.