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Es ist Laras 60. Geburtstag, doch so richtig nach Feiern ist ihr nicht zumute.
Stattdessen liegt ihre Aufmerksamkeit auf einem Klavierkonzert, das ihr Sohn Viktor am Abend geben soll und bei dem er seine erste eigene Komposition präsentieren wird.
Eigentlich sollte das Konzert ein ganz besonderes Ereignis für Lara sein, da sie ihrem Sohn das Klavierspielen beigebracht hat.
Doch seit Wochen erreicht sie Viktor nicht mehr und fühlt sich bei der Veranstaltung nicht willkommen. Kurzerhand kauft sie alle verbliebenen Karten für das Konzert und verteilt sie den Tag über an Menschen, die ihr begegnen.
Auch Lara selbst hätte ein Wunderkind am Klavier werden können.
Sie glaubte jedoch, nicht gut genug zu sein, und steckte ihre Energie stattdessen in das Klavierspiel von Viktor. „Lara“ ist der zweite Spielfilm des Regisseurs Jan-Ole Gerster.
Er feierte seine Weltpremiere beim Karlovy Vary International Film Festival, wo er im offiziellen Wettbewerb lief. In Deutschland war er beim Filmfest München erstmals zu sehen.
Der Film wurde von der Kritik ausgiebig gelobt und für zahlreiche Preise nominiert.
Er erhielt unter anderem den Bayerischen Filmpreis für die beste Musik und den Gilde-Filmpreis. „Lara“ ist Gersters zweite Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Tom Schilling.
Er war bereits im Debüt des Regisseurs zu sehen, dem Schwarz-Weiß-Film „Oh Boy“ - ausgezeichnet mit sechs Deutschen Filmpreisen. Corinna Harfouch gilt als wandlungsfähigste Schauspielerin des deutschen Films.
Gegenüber ihren großen Theatererfolgen, wie "Eva, Hitlers Geliebte" von 1996 am Berliner Ensemble oder 1997 "Des Teufels General" unter der Regie von Frank Castorf, stehen vor allem ihre Leistungen für den Film, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
Bereits 1988 wurde Harfouch für Siegfried Kühns "Die Schauspielerin" beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary als Beste Darstellerin geehrt. Für die Hauptrolle in der Komödie "Irren ist männlich" erhielt sie 1997 den Bayerischen Filmpreis und 2001 für Hark Bohms gefeierten dreiteiligen Kriminalfilm "Vera Brühne" den Deutschen Fernsehpreis.
Zu ihren weiteren, viel beachteten Publikumserfolgen im Kino gehören Roland Gräfs "Der Tangospieler" von 1991, in dem sie neben ihrem damaligen Ehemann Michael Gwisdek die Hauptrolle übernahm, sowie der Psychothriller "Solo für Klarinette" (1998) von Nico Hofmann.
In diesem spielte sie zusammen mit dem unvergessenen Götz George. Hochgelobt wurde ebenso ihre Darstellung einer Jugendamtsmitarbeiterin in Urs Eggers Fernsehfilm "Der Fall Bruckner", die ihr ihren zweiten Adolf-Grimme-Preis einbrachte.
Seit 2021 gehört Harfouch neben Mark Waschke als Ermittlerin Susanne Bonard zum vom rbb verantworteten Berliner "Tatort"-Team.
Auf der Berlinale 2024 war ihre Darstellungen einer schwer erkrankten Mutter in Matthias Glasners Drama "Sterben" eine der herausragenden Leistungen des Wettbewerbs.
Ein paar Monate später wurde Corinna Harfouch für diese Rolle die Lola in der Kategorie Beste weibliche Hauptrolle des Deutschen Filmpreises verliehen.
Harfouch ist Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie. Anlässlich des 70. Geburtstags der Schauspielerin, am 16. Oktober 2024, sendet das rbb Fernsehen ihr zu Ehren "Lara".