Den Warnungen ihres Freundes Hutch zum Trotz zieht das junge Ehepaar Rosemary und Guy Woodhouse in das New Yorker Bramford Haus - ein düsteres Mietshaus, in dem bereits einige Bewohner auf mysteriöse Weise ihr Leben verloren haben sollen.
Guy scheint der Umzug Glück zu bringen: Privat freundet er sich mit dem älteren Nachbarsehepaar Roman und Minnie Castevet an; beruflich erhält der Schauspieler, nachdem ein Konkurrent auf rätselhafte Weise erblindet ist, ein langersehntes Bühnenengagement. Der unerklärliche Selbstmord einer jungen Nachbarin und die unheimlichen Geräusche, die nachts aus der Wohnung der Castevets dringen, werfen ihre Schatten voraus auf eine dunkle Bedrohung, die sich um Rosemary ausbreitet: Zunehmend wird die junge Frau von Alpträumen geplagt. Eines Nachts fällt sie in eine tiefe Bewusstlosigkeit, in der sie die Horrorvision ihrer Schwängerung durch den Teufel selbst erlebt.
Scheinbar reuig gesteht ihr Guy am nächsten Morgen, in der Nacht über sie hergefallen zu sein, um ihr ein Kind zu machen. Und wirklich: Rosemary, die sich sehnlich ein Kind wünscht, ist schwanger.
Doch die erhoffte Schwangerschaft verwandelt sich in einen Alptraum. Rosemarie leidet unter höllischen Schmerzen und verspürt immer tieferes Misstrauen gegenüber ihrem Arzt Dr.
Sapirstein, einem Freund der Castevets.
Als Rosemary merkt, welch teuflische Intrige sich um sie herum abspielt und wessen Kind sie wirklich austrägt, ist es schon zu spät. "So weit ich zurückdenken kann, ist in meinem Leben die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit hoffnungslos verwischt gewesen", so der Regisseur Roman Polanski.
Kein anderes Werk des Filmemachers scheint diesem biografischen Leitmotiv in solchem Maß verpflichtet wie sein raffinierter Horrorfilm "Rosemaries Baby".
Auf subtile Weise evoziert Polanski hier das Grauen, indem er archaische Motive des Aberglaubens mit modernen Symbolen der Psychoanalyse verbindet.
Wie schon in seinen früheren Filmen "Ekel" (1965) und "Wenn Katelbach kommt" (1965) wird das Thema der Einsamkeit und der Machtlosigkeit des Einzelnen variiert: Die junge Rosemary findet sich plötzlich isoliert in einem unentrinnbaren Netz satanischer Machenschaften wieder.
Aus der Perspektive der hilflosen jungen Frau vermischen sich Wahn und Wirklichkeit in unheimlicher, zutiefst verunsichernder Weise, bis schließlich Rosemary - und mit ihr der Zuschauer - in grausiger Erkenntnis fassungslos konstatieren muss: "Das ist kein Traum - das ist Wirklichkeit!" Dazu Polanski: "Ich zeige den Leuten etwas so offensichtlich Unmögliches wie Hexerei, und ich sage zu ihnen: Seid ihr sicher, dass es nicht wahr ist?" Mit "Rosemaries Baby", dem Ira Levins gleichnamiger Roman als literarische Vorlage diente, gelang Polanski schon früh ein großer internationaler Erfolg.
Der Regisseur polnischer Herkunft gilt heute als einer der bedeutendsten Regisseure der Gegenwart, der Kultfilme wie "Tanz der Vampire" (1967) oder den oscargekrönten "Chinatown" (1974) mit Jack Nicholson und Faye Dunaway realisierte. 1998 wandte er sich noch einmal dem Horrorgenre zu und drehte mit Johnny Depp den erfolgreichen Mysterythriller "Die neun Pforten". 2001 sorgte sein Drama "Der Pianist" für Furore, das die wahre Geschichte des KZ-Überlebenden Wladyslaw Szpilman erzählt und 2002 mit drei Oscars ausgezeichnet wurde. Sein jüngstes Werk "Gott des Gemetzels", basierend auf dem Theaterstück von Yasmina Reza erhielt bisher fünf Nominierungen bei internationalen Festivals, unter anderem bei den Golden Globes, der Mos tra internazionale d'arte cinematografica di Venezia 2011 und bei den französischen Césars 2012.