Etwa 100.000 Jahre vor Christus treffen die Sprachwissenschaftler Simon Kollien und Stefan Goldschmidt auf ihre Urahnen, die mit zunehmenden Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen haben.
Wer hat wohl bessere Überlebenschancen: der geräuschvoll plappernde Lautsprachler oder der andere, "der es liebt, mit den Händen zu sprechen"? "Wissenschaftliche Sensationen zum Sprachursprung der Gebärdensprache und Lautsprache“ kündigen die Sprachwissenschaftler Simon Kollien und Stefan Goldschmidt von der Universität Hamburg am Anfang dieses Kurzfilms an. Auf einer Zeitreise schauen sie zunächst im Jahr 1880 vorbei, stellen aber fest, dass zur Zeit des Mailänder Kongresses wie auch des Washingtoner Kongresses beide Sprachen bereits völlig getrennt voneinander existierten.
Ihre Suche nach dem Zeitpunkt, an dem sich die Sprachsysteme getrennt haben, führt sie schließlich bis weit in die Steinzeit zurück. Etwa 100.000 Jahre vor Christus treffen sie auf ihre Urahnen, die mit zunehmenden Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen haben, weil der eine das Sprechen bevorzugt, der andere es aber "liebt, mit den Händen zu sprechen".
Nach ihren Begegnungen mit einem Säbelzahntiger, einem Hirschrudel und einem Mammut, bei denen die Überlebenschancen des Gebärdensprachlers sich als etwas größer erweisen als die des Lautsprachlers, beschließen sie, in verschiedene Richtungen weiter zu ziehen.
Was dazu führte, dass es bis heute eine "Welt der Hörenden“ (genannt EAR-th) und eine "Welt der Gehörlosen“ (genannt EYEth) gibt. Willkommen bei "Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört!
Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln. Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen. In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.