Der neunjährige Srulik entflieht aus dem Warschauer Ghetto. In seinem täglichen Überlebenskampf begegnen ihm wohlgesinnte Helfer, aber auch solche, die sich als Verräter entpuppen.
Um zu überleben, muss der Junge seine jüdische Identität geheim halten und sich als polnisch-katholisches Waisenkind ausgeben.
Als er nach Kriegsende, mittlerweile mit seiner neuen Identität verschmolzen, ein neues Zuhause bei einer katholischen Familie findet, glaubt er sich am Ziel seiner Wünsche.
Doch seine verdrängten Erinnerungen, Gefühle und seine wahre Identität holen ihn wieder ein. Im Alter von neun Jahren gelingt dem kleinen Srulik als einzigem Mitglied seiner Familie die Flucht aus dem Warschauer Ghetto in die nahe gelegenen Wälder.
Dort muss er sich bis zum Ende des Krieges mehr oder weniger alleine durchschlagen.
Die wenigen Freunde, die Srulik findet, bleiben ihm nicht lange erhalten. Er lebt so einige Monate bis zum Einbruch des Winters von Waldfrüchten, erjagten Kleintieren und kleinen Beutezügen durch die Gärten umliegender Bauernhöfe.
Die Einsamkeit, der anhaltende quälende Hunger und der kalte Winter treiben ihn immer wieder in die Dörfer, wo ihm ständig Verrat droht. Aber Srulik hat Glück und wird einige Zeit von einer Bäuerin versteckt, vor allem aber mit einer neuen Identität versorgt: Aus dem flüchtigen Juden Srulik macht sie das versprengte polnische Waisenkind Jurek, das christliche Gebete kennt und ein Kruzifix um den Hals trägt.
Doch Jurek bleibt ein Gejagter und das bis zum Ende des Krieges. "Lauf Junge lauf" ist die Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans des israelischen Autors Uri Orlev, basierend auf dem Schicksal von Yoram Friedman, der heute in Israel lebt.
Mit großer erzählerischer Kraft zeichnet Pepe Danquarts erschütterndes wie lebensbejahendes Kriegsdrama ein Kinderschicksal in einer unmenschlichen Zeit. Pepe Danquart hat mehrfach Filmgeschichte geschrieben.
Der große Durchbruch gelang dem deutschen Regisseur 1993 mit dem Kurzfilm "Schwarzfahrer", für den er im Folgejahr einen Oscar erhielt.
Als Mitbegründer der Medienwerkstatt Freiburg gehörte er in den 80er Jahren zu den Pionieren des politischen Videofilms, die eine Gegenöffentlichkeit herstellen wollten.