Kollektive norddeutsche Erinnerungen an längst vergessene Sporttrends: Schulsport in selbst genähten Turnhosen, Büro-Gymnastik im Minirock, Klimmzüge auf dem Trimm-dich-Pfad.
Sie waren allerdings auch ein Startschuss für die heutige Fitness-Gesellschaft, in der Millionen Deutsche im Fitnesscenter oder Sportverein ihren Körper optimieren.
Und die damaligen Sportarten sind bis heute die Säulen des Breitensports. In diesem Film erzählen Menschen aus Norddeutschland ihre persönlichen Erinnerungen an Bundesjugendspiele und Sportabzeichen, Urkunden und Medaillen.
Und von den dazugehörigen - mitunter merkwürdigen - Sportgeräten.
Die verschwanden allerdings so schnell wieder wie manche Trendsportart. * "Trimm dich fit" - ein Urknall der Fitness-Bewegung Dauerhafter war die "Trimm dich fit"-Kampagne, die der Deutsche Sportbund Anfang der 1970er-Jahre startete.
Ein Urknall der Fitness-Bewegung. 80 Prozent aller Deutschen kannten damals "Trimmy", das kleine Maskottchen und Vorturner der Nation. Sport für alle, ganz ohne Wettkampfgedanken, nur dem eigenen Körper zuliebe, das war neu.
Und dringend nötig, denn der Wohlstandsspeck musste weg.
Ende der 1960er-Jahre machten nur 16 Prozent der Deutschen regelmäßig Sport, ein Drittel der Männer und 40 Prozent der Frauen waren übergewichtig.
Dauerlaufen, Rumpfbeugen und Bockspringen - "Trimmy" holte die Deutschen vom Sofa. * Jane Fonda, Aerobic - und das richtige Outfit Aerobic löste die "Trimm dich fit"-Bewegung ab.
Wie viele Trends kam Aerobic aus den USA, dort populär gemacht von der Schauspielerin Jane Fonda. Auch in Deutschland trafen sich immer mehr Frauen, um sich gemeinsam zu Musik fit zu halten.
Dazu gehörte unbedingt das richtige Outfit! * Boris Becker und Steffi Graf machen Tennis populär Einen Aufschwung erlebte auch der Tennissport, besonders nachdem Boris Becker mit gerade einmal 17 Jahren 1985 sein erstes Wimbledon-Turnier gewann und Steffi Graf zwei Jahre später Weltranglistenerste wurde. * DDR-Sport: Zwischen Leistungsdrill und West-Trends im Ostfernsehen In der DDR wurde Sport früh politisch gelenkt und gefördert.
Jedes Talent wurde beobachtet. Die Kleinen trainierten im Kindergarten, die Erwachsenen im Sportverein, die Kader-Athleten in Trainings- und Leistungszentren.
Spitzensportler konnten auf Reisen gehen und genossen gesellschaftliche Anerkennung. Viele waren gedopt und ruinierten so ihre Gesundheit. Und auch im Osten blieb man von den West-Trends nicht verschont: geschwitzt wurde nicht beim Aerobic, sondern bei der sogenannten Pop-Gymnastik.
Auch "Medizin nach Noten" im DDR Fernsehen war sozusagen die Ost-Version der deutschen Aerobic-Sendungen. * Wohl älteste Turngruppe im Norden bleibt fit NDR Autorin Kati Grünig trifft sportbegeisterte Menschen und taucht mit ihnen noch einmal in die Zeit ein, als sich alle von "Trimmy" mitreißen ließen, die Muskeln gestählt wurden oder Steffi Graf und Boris Becker Tennis aus der elitären Nische holten.
Viele, die als Kinder sportlich waren, sind es bis ins Alter geblieben. So wie "Die alten Knochen", die wohl älteste Turngruppe Norddeutschlands, die noch heute mit ihrem Schulterstand am Barren Fans begeistert.