at 22:40 on MDR Fernsehen
Die Dokumentation begleitet zwei von ihnen: den Internisten Mohamed Cherbagi aus Syrien, der zuletzt im Krankenhaus im sächsischen Freiberg tätig war, und Ina Viaroukina aus Belarus, Assistenzärztin im Harzklinikum Quedlinburg.
Beide übernehmen die Arbeit an Orten, an denen sich ihre deutschen Kollegen immer weniger finden lassen. Doch warum sind gerade sie so wichtig für die Versorgung abseits der Großstädte?
Deutschland bildet heute so viele Ärzte aus wie nie zuvor - und trotzdem fehlen derzeit Tausende an den Krankenhäusern. Der Grund dafür liegt weniger in den absoluten Zahlen als in der Verteilung.
Viele Fachärzte zieht es in urbane Zentren, während auf dem Land Fachkräfte fehlen. Zudem gehen in den kommenden Jahren viele Ärzte in den Ruhestand, und immer mehr von ihnen arbeiten in Teilzeit.
So entsteht trotz hoher Ärztedichte ein spürbarer Engpass. Verstärkt wird dieses Problem durch eine Krankenhauslandschaft, die vielerorts wirtschaftlich unter Druck steht.
Deutschland hat im internationalen Vergleich zwar viele Kliniken. Darunter sind allerdings auch zahlreiche kleine Häuser im ländlichen Raum, die häufig kaum rentabel sind.
Um hier gegenzusteuern, hat der Bund Ende 2024 eine umfassende Krankenhausreform angestoßen: weniger Standorte, mehr Spezialisierung, mehr ambulante Behandlungen. Während der Gemeinsame Bundesausschuss darin Chancen für mehr Effizienz sieht, warnt die Deutsche Krankenhausgesellschaft vor neuen Versorgungslücken im ländlichen Raum. Anhand zweier persönlicher Geschichten und einordnender Expertenstimmen zeigt die Dokumentation, wie abhängig viele Kliniken von Ärzten aus dem Ausland sind; und wie diese Abhängigkeit mit den strukturellen Herausforderungen des deutschen Kliniksystems zusammenhängt.