21:15: artour | MDR Fernsehen | 2/26 2026 MDR Fernsehen
21:15 - 21:45
4 Stunden

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Das Kulturmagazin des MDR

* Leipzig feiert Loest Eine Woche lang wird in Leipzig der 100. Geburtstag des Schriftstellers Erich Loest begangen, der am 24.02.1926 in Mittweida geboren wurde und 2013 in Leipzig durch Suizid starb.

Er hat seine Wahlheimatstadt ab 1950 immer wieder mit umfangreichen Romanen bedacht: "Nikolaikirche", "Völkerschlachtdenkmal", "Reichsgericht". Seine Bücher sind voller Geschichte und Zeitgeschichte, der "Geschichte, die noch qualmt".

Nach wiederholten Anfeindungen und sieben Jahren Haft in den 50er und 60er Jahren siedelte er nach Zensur eines Romans 1981 in die Bundesrepublik über.

Er wohnte in Osnabrück und Bonn und kehrte 1990 nach Leipzig zurück. Loest nahm immer wieder zu aktueller Politik Stellung, so willkommen wie ein "Störenfried".

Er gehört zu einer Generation der "kaum ein Irrsinn erspart blieb". Sein Nachlass wird von seinem Sohn Thomas verwaltet, der auch Loests Bücher verlegt hat.

Sie wohnten in Leipzig zusammen in einem Haus. In den 2000er Jahren kam es zum Bruch zwischen ihnen. Es gab unterschiedliche Ansichten. Sie stritten sich um die Einnahmen aus den Büchern.

Ein Konflikt, der schließlich vor Gericht landete. Vom Suizid des Vaters 2013 hat Thomas Loest aus der Zeitung erfahren. Welche Erinnerung hat er an seinen Vater?

Wie bewahrt er sein Werk und welche Relevanz steckt heute noch in ihm?

In einer der Veranstaltungen diskutiert Thomas Loest, geboren 1950, mit Johannes Heisig, Jahrgang 1953, Sohn des Malers Bernhard Heisig, der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Den Erich-Loest-Preis im Jubiläumsjahr bekommt Durs Grünbein, Jahrgang 1962. Autor: Meinhard Michael * Der Musiker Nils Keppel - Retro trifft Heute Wer wissen will, wie es sich im Moment so anfühlt, jung zu sein, der sollte sich das gerade erschienene Debütalbum "Super Sonic Youth" des Leipziger Musikers Nils Keppel anhören.

Da geht es um Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Weltschmerz, angekündigt in finsteren Titeln wie "Platzangst", "Rebell" oder "Keine Zukunft".

Ganz so dunkel ist seine Musik aber zum Glück nicht, sie erinnert vielmehr an New Wave und Post-Punk, und Nils Keppels äußere Erscheinung hat viel vom jungen David Bowie.

Ganz schön viel Retro also, verbunden mit einem sehr jetzt-zeitigen Lebensgefühl.

Kurz vor Beginn seiner Deutschlandtour hat "artour" den jungen Musiker in Leipzig getroffen. Autorin: Petra Böhm * Sind die Sozialen Medien am Ende? Weniger Posts, sinkende Interaktion, wachsende Unzufriedenheit - vieles deutet darauf hin, dass soziale Medien an Bedeutung verlieren.

Seit rund zwei Jahren steigt die Nutzungsdauer nur noch bei Älteren und stagniert in den meisten Altersgruppen. Ausgerechnet 16- bis 24-Jährige wenden sich ab.

Statt Austausch dominieren KI-generierte Inhalte, Werbung und gegenseitige Beobachtung.

Immer mehr Staaten fordern mittlerweile Regulierungen: Nach Australien könnte Frankreich bald das zweite Land sein, in dem es eine Altersbeschränkung für Social Media gibt.

Haben soziale Medien ihren Höhepunkt überschritten? Und: Wäre ein Ende der Plattformen eher ein Verlust oder eine Entlastung für gesellschaftliche Diskurse?

Im Beitrag kommt der junge YouTuber Robin Fübbeker zu Wort, dessen Video über seine Löschung von Instagram knapp eine Million Aufrufe hat.

Außerdem der Soziologe Armin Nassehi und der Autor Jonathan Haidt ("Generation Angst"), der maßgeblich die Politik der Regulierung von Social Media für Jugendliche angestoßen hat. Autorin: Laura Beck * Der Roman "Zugwind" von Iryna Fingerova Kann man ein Eis essen, in den Urlaub fahren, sich die Nägel lackieren, wenn die Heimat vom Krieg zerrissen ist?

Iryna Fingerova aus Odessa ist Ärztin und Schriftstellerin und lebt seit 2018 in Dresden.

Seit dem russischen Überfall vor vier Jahren behandelt sie vor allem Geflüchtete aus der Ukraine - PTBS, Schlafstörungen, Panikattacken, traumatisierte Frauen aus Mariupol und Männer, die nicht an der Front sterben wollen. Während sie versucht, ihren Landsleuten zu helfen, wächst in ihr das schlechte Gewissen, als Ukrainerin "nicht betroffen zu sein", ein privilegiertes Leben im sicheren Deutschland zu führen. "Zugwind" nennt sie dieses Gefühl, das ihr bewusst macht: Unsere Welt ist fragil, und wir alle sind sterblich.

In ihrem gleichnamigen Roman "Zugwind" sammelt sie die Geschichten ihrer Patienten und verwebt sie mit ihren eigenen Erfahrungen.

Sie stellt sich die Frage: Wie behält man Wärme, wenn draußen der Sturm tobt? Autorin: Lisa Ehrenburg * Kulturkalender * "Wie Hund und Katze" - Tierdarstellungen in der Kunst, Otto-Dix-Haus Gera, Ausstellung 01.03.

bis 07.06.2026 * "Irgendwo auf der Welt … - Die Geschichte der Comedian Harmonists", Oper, Bühnen Halle, Premiere am 26. Februar * Filmtipp: "Father Mother Sister Brother"“, Regie: Jim Jarmusch, Kinostart 26.

Februar Autorin: Julia Ribbe "artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München.

Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen.

Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.

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