at 20:15 on BR Fernsehen
Seit einem halben Jahr bekommen junge Männer und Frauen einen Brief von der Bundeswehr. Wie motiviert und wie geeignet sind sie für den Dienst bei den Streitkräften?
Das Interesse der jungen Leute ist überschaubar: Lediglich 530 Freiwillige beginnen in diesem Jahr ihren Dienst.
Zu wenige, um die geplante Truppenstärke bald zu erreichen. Über diese und andere Fragen diskutieren bei „jetzt red i“ Bürgerinnen und Bürger live in Stadtbergen mit Manfred Weber (CSU), Partei- und Fraktionsvorsitzender der EVP und Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag. Noch ist der Wehrdienst freiwillig, denn seit 15 Jahren ist die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt.
Doch der Krieg in der Ukraine und die instabile weltpolitische Lage haben uns vor Augen geführt, wie fragil Frieden und Sicherheit sein können. Deshalb möchte die Bundesregierung die Truppenstärke der Bundeswehr massiv erhöhen.
Doch eine erste Zwischenbilanz zur Fragebogenaktion zeigt, dass dieses Ziel mit einem freiwilligen Wehrdienst wohl kaum zu erreichen ist: Lediglich 530 Freiwillige beginnen in diesem Jahr ihren Dienst.
Zu wenige, um die geplante Truppenstärke bald zu erreichen.
Gerade jüngere Menschen fürchten deshalb eine drohende Wehrpflicht, tausende Schülerinnen und Schüler gingen dagegen bundesweit auf die Straße - so etwa auch auf dem Augsburger Königsplatz.
Viel Kritik kommt von der Opposition, die Linke etwa lehnt eine militärische Aufrüstung und einen verpflichtenden Wehrdienst kategorisch ab. Auch die Kirchen betonen das Prinzip der Freiwilligkeit und fordern, dass der Einsatz für Frieden an erster Stelle stehen müsse.
Ist es sinnvoll, die Bundeswehr mit Milliarden aufzurüsten oder wären die Steuergelder nicht an anderer Stelle wie etwa im sozialen Bereich besser eingesetzt?
Was braucht es, damit die Bundeswehr attraktiver wird? Sollten nicht nur junge Menschen, sondern auch Ältere zum Wehrdienst herangezogen werden? Betrifft die Zeitenwende in der Verteidigungspolitik uns alle in Europa?