Filmautor Josef Schwellensattl stellt Gerichte aus Südtirol vor, die nur an besonderen Tagen auf den Tisch kommen. Die Oberhofer im Ultental ziehen einmal im Winter bei guter Schneelage das Heu von den höher gelegenen Almstadeln mit Schlitten herunter.
Eine harte und schweißtreibende Arbeit, die den ganzen Tag in Anspruch nimmt.
Zur Belohnung gibt's am Abend eine seltene Köstlichkeit: süße, mit Mohn gefüllte Krapfen. Es ist der Tag des Heuziehens auf dem Oberhof im Südtiroler Ultental, denn im Januar liegt genug Schnee. Der Bauer Luis vom Oberhof im Südtiroler Ultental steigt mit seinem Bruder und 14 Männern von den Nachbarhöfen durch den tief verschneiten Wald zur Hochalm hinauf.
Dort holen sie das Heu, das im Sommer mühevoll gemäht wurde, aus dem Stadl und laden es kunstvoll auf Schlitten. Währenddessen bereitet unten auf dem Hof Zilla, die Oberhofer Bäuerin, die Ultner Mohnkrapfen zu.
Mohnkrapfen bäckt man nur zu Festtagen wie zur Hochzeit, zur Taufe oder zur Erstkommunion und eben am Tag des "Heuziehens". Das Heu wird meist im Januar von der Alm heruntergezogen, wenn genug Schnee liegt, dass die Schlitten darauf gut gleiten können.
Zwei bis drei Doppelzentner Bergheu binden die Männer auf jeden Schlitten, und es ist keine Kleinigkeit, diesen heil den Berg herunterzulenken. Dokumentation von Josef Schwellensattl