at 03:55 on Arte
In Teheran setzt ein riesiges Plakat zwei Helden der iranischen Militärgeschichte in Szene.
Die bis ins Detail komponierte Darstellung steht für eine Form politischer Kommunikation, die seit Jahrhunderten weltweit von allen Regimen genutzt wird.
Die gezielte Verwendung von Wandflächen und Mauern macht Botschaften im öffentlichen Raum sichtbar. Am Fatemi-Platz, einem der belebtesten Verkehrsknotenpunkte Teherans, ist auf einem riesigen Plakat die Darstellung zweier entschlossen blickender Männer zu sehen.
Mit erhobener Hand vollziehen sie eine abwehrende Geste, während sie in einer schmalen Wasserstraße stehen, die an die Straße von Hormus erinnert. Die teils mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugten Bilder sind von den Behörden in Auftrag gegeben worden.
Sie arbeiten mit symbolhaften Darstellungen und historischen Bezügen, erläutert die Anthropologin Sepideh Parsapajouh.
Dass Fassaden und Häuserwände für Propagandazwecke genutzt werden, ist nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Xavier Crettiez kein auf den Iran beschränktes Phänomen.