01:55: The Man I Left Behind | Arte | 6/15 2026 Arte
01:55 - 03:20
3 days

The Man I Left Behind

at 01:55 on Arte

Kanada 2024

Von Kabul über Kiew, Ground Zero, Mexiko und das Westjordanland bis nach El Salvador fotografiert Larry Towell seit nunmehr rund 40 Jahren Bürgerkriege, Invasionen und militärische Besetzungen. Für die renommierte Fotoagentur Magnum hält er die extremen Lebensbedingungen an den Konfliktherden dieser Welt fest.

Der bekannte kanadische Fotograf blickt auf seine Laufbahn zurück. Was geht in einem Kriegsfotografen vor, der entsetzliches Leid und Grauen sieht?

Wie bewahrt er sich in all dem Chaos seine Menschlichkeit und Resilienz? Larry Towell wurde als Sohn eines Arbeiters im ländlichen Ontario in der Nähe von Toronto geboren und wuchs in enger Verbundenheit mit dieser Region auf. Während seines Kunststudiums begann er sich für Fotografie zu interessieren, heute ist er auch Folkmusiker, Dichter und Geschichtenerzähler.

Auf seiner Visitenkarte steht schlicht „Mensch“. Als die ersten Digitalkameras aufkamen, begann Larry Towell, Steine werfende Kinder, von Rauchgranaten vernebelte Kämpfe und bis an die Zähne bewaffnete Soldaten in einer Art Filmtagebuch festzuhalten.

In dieses private Archiv taucht der gemeinsam mit Matthieu Rytz realisierte Dokumentarfilm ein und fügt großartige, oft tragische Bilder zu einer Meditation über den schwierigen Beruf des Kriegsfotografen zusammen. Der Film thematisiert die Unverzichtbarkeit von Bildern, die Absurdität von Grenzen, die Gefahr, sich an den Krieg zu gewöhnen, und die treibende Kraft dieses Fotografen, in dessen Arbeit der Mensch im Mittelpunkt steht.

Anhand unzähliger Begegnungen mit Opfern, Trauernden, Vertriebenen, Rebellen und Soldaten veranschaulicht diese Reise durch rund 40 Jahre Fotografenleben die dokumentarische Kraft der Bilder. Mit zahlreichen Erinnerungen, Liedern und Gedichten gibt Larry Towell tiefe Einblicke in seine Psyche.

Gleichzeitig beleuchtet der Dokumentarfilm die Bedeutung von Verwurzelung und zeigt eindrücklich, wie der Verlust der Heimat zum Verlust der Identität führen kann.

Nicht zuletzt handelt der Dokumentarfilm von der Absurdität von Kriegen.

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